Wir für Feuchtwangen

Zweifel an spürbarer Entlastung der B25-Ortsdurchfahrt

Eine spürbare Entlastung der B25 Ortsdurchfahrt und somit der Dinkelsbühler und Crailsheimer Straße durch die Westtangente ist nach den Prognosen des von der Stadt beauftragten Verkehrsgutachtens nicht zu erwarten. Zwar wird hier eine Entlastung von 4450 Fahrzeugen errechnet – aber für den Prognosefall im Jahr 2030. Da die Gutachter mit einem allgemein steigenden Verkehrsaufkommen rechnen, würden in diesem Fall – trotz Westtangente – immer noch 13050 Fahrten auf der Bundesstraße stattfinden. 

Nimmt man den Ist-Stand der derzeitigen Verkehrsbelastung und setzt dies mit der Prognose in Relation, wird die derzeitige Ortsdurchfahrt lediglich im Schnitt um ca. 20 % entlastet. Da Prognosefälle immer von einem politischen Ist-Zustand ausgehen, also von einer massiven Zunahme des Verkehrs bis 2030, ist diese Zahl anzuzweifeln. Gerade der Verkehrssektor hat bisher beim Klimaschutz nicht geliefert und keinerlei Beitrag zur dringenden Einsparung von CO2 geleistet. Sollen die Ziele des Klimaabkommens von  Paris erreicht werden, wird auch die Verkehrspolitik in den nächsten Jahren beim Klimaschutz liefern müssen. Deshalb ist eine Steigerung des Verkehrs um 30% nicht zwingend zu erwarten, ganz im Gegenteil – Verkehr muss weniger werden!

Auch nach dem Bau der Westtangente werden die Dinkelsbühler und Crailsheimer Straße Bundesstraße bleiben und als Transitstrecke von LKWs genutzt werden. Eine Zwangsumleitung des Schwerverkehrs auf die Tangente wird nicht möglich sein. Ebenso unrealistisch ist eine zeitnahe Umwidmung bzw. Abstufung der B25 zur Staatsstraße. Eine Beruhigung der Ortsdurchfahrt, im Wesentlichen reduziert auf den Einkaufsverkehr, ist deshalb nicht machbar.

Wir sehen seitens unserer Fraktion deshalb nach wie vor die immensen Kosten von 3,6 Millionen Euro Eigenmittel der Stadt Feuchtwangen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Entlastung der B 25 – Ortsdurchfahrt. Zudem geht mit Durchschneidung der Westtangente ein wertvolles und nicht ersetzbares Naherholungsgebiet verloren.